"Sumpf - Scabiose, Teufelsabbiss, Teufelsanbiss, Teufelsbiss, Peterkraut.
Wächst in ganz Deutschland und in den übrigen Ländern Europens auf Wiesen und
feuchten Triften.
Blühet im August.
Von der Scabiosa Succisa sind die Wurzel und das Kraut Radix et Herba Succisae s.Morsus
Diaboli, als Arzneymittel in ältern Zeiten bekannt geworden. Der gemeine Mann glaubte,
die Wurzel — an welcher die Spitze von selbst eingeht, wodurch sie abgestutzt erscheint — habe
der Teufel abgebissen, weil dieser die wohlthätige Wirkung derselben, wieder die Hexerey und Erscheinung
der Gespenster den Menschen missgönne; woher denn diese Pflanze den Namen Teufelsabbiss
erhielt.
Weder durch Geruch noch Geschmack zeichnet sich dieses Gewächs aus. Der Geschmack ist
bitterlich-süsslich, etwas zusammenziehend. Man will den Saft oder die Abkochung des Krautes
mit Nutzen wider die Bräune angewendet haben; was aber übrigens noch von der Wirkung der
Wurzel und des Krautes wider jede Art von Gift, wider die Pest, Wassersucht und Lebergeschwüren
erzählt wird, ist kaum des Erwähnens werth.
Wenn nun gleich dieses Gewächs als Arzneymittel keinen Werth mehr hat, so verdient es
dennoch Beachtung, da die Wurzel desselben zuweilen von den Wurzelgräbern unter die der Kaleriana
officinalis gemengt wird, wo man sie aber stets durch den Mangel des eigenthümlichen
Geruchs der letztem — der ihr höchstens äußerlich anhangen kann — erkennen wird."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Fünfter Band. 1855.)