"Nur im wärmeren Europa wächst der Terbenthinbaum, Pistacia Terebinthus L. wild. Tournefort fand ihn auf Kreta und Chios; er gibt eine ausführliche Beschreibung der Art und Weise, wie man den Terbenthin einsammelt . Dumont d'Uryille sah den Baum häufig in den Wäldern des Archipelagus ; er bemerkt, dass man denselben auf der Insel Kos kultivire, wo er eine Höhe von 30 — 40 Fuß erreiche.
Die Hippokratiker gaben die Früchte mit Wein zur Beförderung der Menstruation aber auch bei heftigen Mutterblutflüssen . Die zartesten jungen Triebe benutzte man in Breiumschlägen . Der Terbenthin selbst wird mehrmals in den hippokratischen Büchern genannt, wobei es freilich nicht außer allen Zweifel gesetzt werden kann , dass man nur den von dem Terbenthinbaume anwendete; denn es konnte der von den Nadelhölzern kommende eben so gut bekannt gewesen seyn. Uebrigens hält Dioscorides den von dem Terbenthinbaume gewonnenen für den besten, der auch sonst in unsern Officinen unter dem Namen Terebinthina cypria seu de Chio aufbewahrt wurde. Die Hippokratiker gaben den Terbenthin mit Honig und Wein bei Nachwehen , so wie auch bei schwerer Geburtsarbeit mit Honig , Wein und Oehl warm zu trinken . Häufig wurde er auch besonders zur Beförderung der Menstruation in Mutterkränzen beigebracht . Zur Heilung der Geschwüre diente er in Salbenform , wozu eine lange Vorschrift gegeben wird , wobei Traubensaft den größten Theil der Mischung ausmacht."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)