"Brauner Thee.
Wächst in China und Japan.
Blühet bey uns vom September bis in den November.
In China und Japan, dem Vaterlande dieser Theearten, beschäftigt man sich ganz besonders mit dem Anbau des Thees. In Japan säet man ihn zwischen den Äckern auf die Haine, in China aber auf besondere Plätze mitten im Felde. Erst wenn der Strauch drey Jahr alt ist, sind seine Blätter zum Einsammeln brauchbar; und hat er sieben, oder höchstens zehn Jahr erreicht, dann hauet man den Stamm ab, damit er neue Sprösslinge treibe, die alsdann sehr reiche Lesen geben. Bey dem Einsammeln werden die Blätter einzeln abgepfiückt. Den besten Thee geben diejenigen, welche man im Ausgange das Februars oder spätestens im Anfänge des Mays sammelt, wo sie noch zart und noch nicht gänzlich entwickelt sind. Einen Monat später findet die zweyte Sammlung Statt, wobey man, ohne Unterschied, vollkommen ausgebreitete und auch noch nicht völlig entwickelte Blätter nimmt, sie nachher aber nach ihrer verschiedenen Güte sondert, und in vier Sorten bringt. Noch einen Monat später schreitet man zur dritten und letzten Sammlung, welche die ergiebigste ist, aber auch nur einen Thee von minderer Güte giebt, der jedoch auch in dieser Rücksicht in mehrere Sorten zerfällt. Den Thee der ersten Sammlung nennen die Japaner Ficki-tsjaa, Kaiserthee, Blumenthee oder Thee bou; den der zweyten Sammlung nennen sie Too-tsjaa; und der der dritten Sammlung heißt bey ihnen Ban-tsjaa. Die Zubereitung des Thees geschieht in öffentlichen Gebäuden, wo man in einer flachen Pfanne von Eisenblech die Blätter noch an demselben Tage, wo sie gesammelt wurden, über Feuer unter stetem Umwenden mit den Händen so lange erhält, bis sie ein schwaches Knacken hören lassen. Alsdann werden sie auf Tischen, die mit Teppichen von feinen Binsen belegt sind, mit der flachen Hand gerollt, und das Erkalten so viel als möglich beschleunigt. Dieser so zubereitete Thee wird nach einigen Monathen von neuem einer gelinden Wärme ausgesetzt und wieder gerollt, damit er alle Feuchtigkeit verliere, und dadurch bey dem Aufbewahren vor dem Verderben geschützt sey. Die sehr zarten, noch unentwickelten Blätter werden getrocknet, ohne dass man sie rollt, so wie auch der Thee, der von den Landbewohnern bereitet wird, alle ungerollt bleibt. Im Handel werden mehrere Sorten Thee unterschieden, jedoch hiervon bey der Beschreibung der Thea viridis."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)

"Straffer Thee.
Wächst in China und Japan.
Blühet bey uns vom September bis in den November.
Das Vaterland der Thea stricta ist unstreitig, wie das der beiden andern Arten, ebenfalls China und Japan, und man wird daselbst auch von ihr, eben so wie von diesen, mehrere der im Handel vorkommenden Theesorten sammeln."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)

"Grüner Thee.
Wächst in China und Japan.
Blühet bey uns vom September bis in den November.
Die Thea viridis enthält Gerbestoff, Schleim, Kleber und Faserstoff. Der vorwaltende Grundstoff ist also der Gerbestoff, weshalb man ihn zu den adstringirenden Mitteln zählt. Sein Aufguss äußert aber auch betäubende Wirkungen; jedoch nur im Anfänge des Gebrauchs, wenn der Aufguss sehr gesättigt ist. Ist man an seinen Gebrauch gewöhnt, oder weniger reizbar, so macht er bloß munter, und erregt den Appetit. Man hat ihn auch gegen Schlafsucht, ja auch gegen Convulsionen und Steinbeschwerden empfohlen. Er ist seit 1666 in Europa gebräuchlich, und jetzt als ein fast allgemein beliebtes Getränk bekannt."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Siebenter Band. 1855.)