Synonyme: Centaurium minus, Centaurium centaurium, C. umbellatum, Erythraea centaurium

Historisches: Die antiken Ärzte, u.a. Hippokrates, kannten die Pflanze und unterschieden ein großes und ein kleines Centaurium (kentaurion to mikron), wobei letzteres unserem Centaurium minus entsprechen sollte. Nach Plinius hat das Centaurion den Namen von dem Centauren Chiron erhalten, der damit die Wunden, die ihm ein auf den Fuß getroffener Pfeil zugefügt hatte, geheilt haben soll. Die Droge hat ihre Bedeutung, bes. als Magenmittel, nie verloren. Ihre Wertschätzung kommt auch im deutschen Namen Tausendgüldenkraut, der aus "tausend Gulden wert" abgeleitet ist, zum Ausdruck. Bock drückt z.B. in seinem Kräuterbuch die Wertschätzung für die Droge wie folgt aus " ist köstlich im Leib und auch eusserlich zu brauchen". In einigen europäischen Regionen, z.B. in der Ukraine, wird ein Branntweinaufguß aus Tausendgüldenkraut und Johanniskraut hochgeschätzt.

Droge: Centaurii herba (syn. Herba Centaurii, Herba Chironiae, Herba Erythraeae centaurii, Herba Felis terrae, Summitates Centaurii); Tausendgüldenkraut (syn. Bitterkraut, Erdgallenkraut, Fieberkraut, Roter Aurin, Tausendguldenkraut), die getrockneten, oberirdischen Teile blühender Pflanzen.
Inhaltstoffe: Bitterstoffe, v.a. Secoiridoidglykoside, bes. Swertiamarin vgl. Formel, ferner Xanthone, Flavonoide, Triterpene und Phenolcarbonsäurederivate, u.a. Protocatechu-, Syringa-, Kaffeesäure und Ferulasäure.