"[I.54. - Die Bereitung des Elatöls] - Pinus Picea (Pinaceae) - Elate
Zerquetsche und zerreiße die Spatha und wirf sie in ein Fass und gieße Öl von unreifen Oliven darüber drei Tage hindurch, schöpfe es dann heraus in einen Korb und presse aus. Beides sollen aber gleiche Gewichtsteile sein. Nachdem du es dann in einem reinen Gefäße bei Seite gesetzt hast, gebrauche es. Es hat eine dem Rosenöl ähnliche Kraft, den Bauch aber erweicht es nicht."
"[Andere Harze]
Es gibt aber ein flüssiges Fichten- und Kiefernharz, welches von Gallien und Tyrrhenion hergebracht wird; auch von Kolophons wurde es früher wohl eingeführt, daher hat es den Beinamen Kolophonia erhalten, ebenso aus dem an den Alpen gelegenen Galatien, welches die Bewohner desselben in ihrer Sprache Larix nennen und welches in der Latwerge und für sich allein vorzügliche Dienste leistet gegen chronischen Husten. Auch diese sind nach der Farbe verschieden, denn das eine ist weiß, das andere ölartig, ein anderes gleicht dem Honig, wie die Larix. Es gibt aber auch ein flüssiges Cypressenharz, welches gegen dieselben Leiden dient. Von trockener Art ist teils das Strobilos- und Tannenharz, teils das Kiefern-, teils das Fichtenharz. Wähle aber von allen das wohlriechendste und durchscheinende und nicht dürre, noch das sehr feuchte, vielmehr das wachsähnliche und leicht zerreibliche. Den Vorzug unter ihnen verdient das Fichten- und Tannenharz, denn sie sind wohlriechend und weihrauchähnlich. In feiner Qualität werden sie von der Insel Pityusa, welche in der Nähe von Spanien liegt, gebracht. Das Kiefern- Strobilos- und Cypressenharz ist minderwertiger und besitzt nicht in gleicher Weise die Kräfte wie jene; sie werden aber gegen dasselbe angewandt wie jene. Das Mastixharz ist jedoch dem Terpentin gleichwertig."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)