"Tamarindenkernmehl (Tamarindenpolyose): Die Tamarinde, Tamarindus indica, ein etwa 20 m hoher Baum, ist in Indien, dem tropischen Afrika und in der Karibik verbreitet. Charakteristisch für die Hülsenfrüchte, die bei der Reife nicht aufspringen, sind eigenartige Einschnürungen zwischen den einzelnen Samen. Eingebettet sind die Samen in ein sehr klebriges, braunes Fruchtfleisch.
Tamarindenfrüchte sind das Ausgangsmaterial für die Herstellung von Tamarindenkernmehl, das auch unter der Bezeichnung Tamarindenpolyose angeboten wird. Das in den Samen enthaltene Polysaccharid wird mit heißem Wasser extrahiert und hinterbleibt nach dem Einengen des Lösungsmittels in Form eines blassgelben, geruchlosen Pulvers. Es verhält sich wie Pektin und bildet stabile Gele.
Tamarindenpolyose verwendet man in der pharmazeutischen Technologie als Hilfsstoff: als Bindemittel für Tabletten, zum Suspendieren unlöslicher Pulver, sowie als Emulgierhilfsmittel. In der Lebensmitteltechnologie anstelle von Pektin für die Herstellung von Marmeladen und Gelees."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Tamarindenmus: Um das Fruchtmus zu gewinnen, wird die Fruchtschale der Hülsenfrüchte zertrümmert; grobe Fruchtteile und Samen werden entfernt, das Mus zu einer schwarzbraunen, etwas zähen, weichen Masse verknetet. Hieraus wird gereinigtes Tamarindenmus gewonnen, indem man das Rohprodukt mit siedendem Wasser zu einem Brei anrührt, durch Haarsiebe treibt, bis zur Konsistenz eines dicken Extraktes eindampft und - zum Zweck der Konservierung - mit 20 Teilen Rohrzucker vermischt. Gereinigtes Tamarindenmus riecht angenehm fruchtig und schmeckt angenehm süßsauer. Es besitzt eine mild abführende Wirkung, die auf dem Gehalt an Fruchtsäuren und Pektinen beruht. Meist kombiniert man Tamarindenmus mit stärkeren Laxansdrogen, insbesondere mit Sennesblattextrakt."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)