"Tamarindus indica
"Unter dem Namen der Tamarinden, Tamarindi s. Fructus Tamarindorum, erhalten wir die von der Außenwand oder äußern, zerbrechlichen Schale befreyten Früchte oder Hülsen des Tamarindenbaums zu einer dichten Masse zusammengedrückt, in welcher sich außer dem musigen Theile auch die fasrigen (die Gefäßbündel), die hautartige Innenwand und die Samen befinden.
Die ostindischen Tamarinden sind den westindischen vorzuziehn. Sie sind von maronenbrauner Farbe, von weinartigem Gerüche und angenehm weinsaurem Geschmacke. Die westindischen enthalten mehr Feuchtigkeit, sind weniger zähe, und wegen des ihnen zugesetzten Zuckers, der sie vor dem Verderben schützt, weniger sauer. Gute Tamarinden dürfen nicht zu feucht seyn, nicht schimmelig oder dumpfig riechen, keine aufgequollne, glanzlose Samen enthalten und nicht durch Kupfer verunreinigt seyn. ...
Man giebt die Tamarinden in der Abkochung oder in der mit Zucker versetzten Pulpa Tamarindorum in Fiebern, wo sie in geringer Gabe als kühlendes Mittel, in größerer als Laxirmittel wirken."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zehnter Band. 1827)