"[II.214. - Mausohr] - Parietaria cretica (Urticaceae) - Kretisches Glaskraut; Asperugo procumbens (Asperifoliaceae) - Rauhaar oder Myosotis palustris - Sumpf-Vergissmeinnicht
[Einige nennen es Myoton, Andere Anthyllion, Alsine, Myortochon,
Myrtosplenon, die Römer Muris auricula, die Afrikaner Labotholabath]
hat die Namen von der Aehnlichkeit der Blätter mit Mäuseohren, Alsine
heisst es, weil es schattige und buschige Haine liebt. Es ist ein Kraut wie
die Ackerwinde, aber niedriger und kleinblätteriger und nicht behaart. Es
hat kühlende Kraft und ist als Umschlag mit Graupen ein gutes Mittel bei
Augenentzündungen, sein Saft wird bei Ohrenleiden eingetröpfelt [und
überhaupt leistet es dasselbe wie die Ackerwinde].
Das andere Mauseohr - Einige nennen es Myosotis - entwickelt
mehrere Stengel aus einer Wurzel, unten sind sie röthlich und hohl, die
Blätter sind länglich und schmal und haben eine erhabene schwärzliche
Rippe, dabei entstehen je zwei in Abständen, sie laufen in eine Spitze
aus. Aus den Achseln entspringen zarte Stengelchen, auf denen bläuliche kleine Blüthen sitzen, wie die des Gauchheils. Die Wurzel ist
fingerdick und hat viele Nebenwurzeln. Im ganzen ist das Kräutchen
der Hirschzunge ähnlich, zarter aber und kleiner. Die Wurzel als Umschlag heilt Aegilopie. Einige nennen die Ackerswinde auch Mauseohr.
"
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)