"[III.V. - Süßholz] - Glycyrrhiza glabra (Papilionacea) - Glattes Süssholz, Glycyrrhiza echinata (Papilionacea) - Stachelhülsiges Süssholz
Die Glykyrrhiza [Einige nennen sie Pontika, Andere Glykeraton, Symphyton,
Leontika, Glykyphyton, Skythion, Adipson, Sylithra, Libyestaso, Homoinomoios, Peenthaomoins, die Römer Radix dulcis] ist ein kleiner
Strauch) und hat zwei Eilen lange Zweige, um welche die Blätter dicht
stehen, sie gleichen denen des Mastixbaumes, sind fettglänzend und
klebrig anzufühlen. Die Blüthe ist der der Hyacinthe ähnlich. Die Frucht
ist von der Grösse der Platanenfrucht, rauher, sie hat Hülsen wie die Linse,
roth und klein. Die Wurzeln sind lang, buchsbaumfarbig wie beim Enzian,
etwas herb, süss, sie werden zu Saft verarbeitet wie das Lykion. Der Saft
wirkt gegen Rauheit der Luftröhre, man muss ihn aber unter die Zunge
legen und zergehen lassen. Er ist auch ein gutes Mittel bei Magenbrennen,
bei Brust- und Leberleiden, mit süssem Wein getrunken bei Blasenkrätze
und Nierenleiden. Aufgelutscht löscht er den Durst; als Salbe ist er ein
Wundmittel und gekaut ist er bei Mundkrankheiten zuträglich, die Abkochung der frischen Wurzel leistet dasselbe. Die trockene fein geriebene
Wurzel ist beim Ueberwachsen der Nägel aufgestreut von guter Wirkung."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)