"Die Väter der deutschen Pflanzenkunde zogen
die Pflanze des Theophrasts und anderer alter Schriftsteller
auf unsere gemeine Rübe [Brassica rapa L.] wogegen
aber mancherlei und besonders der Umstand spricht,
dass Theophrast , so wie die römischen Schriftsteller in
ihren Werken von dem Landbau, behaupten, der Same
des Kohls gebe bisweilen die Rübe. Sieht man nun
die Koblrübe als Varietät des Kohls an, so wäre die
Sache erklärt, und die Pflanze der Hippohratiker für Brassica
oleracea L. var. Napo-brassica anzunehmen. Dem
steht nun aber entgegen, dass die eben genannte Pflanze
von Candolle nicht mehr zu B. oleracea, sondern zu
Brassica campestris L. gezogen wird. Uebrigens wird
sie in Teutschland seltener cultivirt und ist gewöhnlich
unter dem Nahmen Kohlrübe unter der Erde bekannt.
Die hippokratischen Schriftsteller sagen von ihrer
Pflanze, sie erhitze, feuchte an, bringe Unordnung im
Körper hervor, purgire nicht, sondern mache Urinbeschwerden. Bei gastrischem Typhus wird das
Dekokt mit ungewürztem Käse, Salz , Oehl, Laser,
Essig u. s. w. empfohlen."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)