"Stockrosen-Eibisch, Stockrose, Glockrose, Mundrose, Halsrose, Ernrose, Saatrose, Pappelrose,
Rosenpappel, Gartenpappel, Gartenmalve.
Wächst im Orient, und wird bey uns häufig in den Gärten gezogen.
Blühet bey uns vom Julius bis in den September.
Die Blumen, Flores Malvae arboreae, werden in den Apotheken nur von der Abänderung
mit schwarzrother Blumenkrone gesammelt. Sie sind, so wie das ganze Gewächs, schleimig,
und wurden sonst mehr als jetzt zu Gurgelwassern gebraucht, da sie durch viele andre
schleimige Mittel jetzt entbehrlich gemacht werden.
Wenn man von diesem Gewächs einen abgeschnittenen Zweig in Wasser stellt, damit er sich
— wie man dies bey andern Gewächsen gewohnt ist — frisch erhalten soll: so verfehlt man gewöhnlich
seinen Zweck; denn das Wasser zieht den in ihm enthaltenen Schleim aus, und so
fängt er auch sogleich an zu welken. Stellt man ihn aber, ohne in Wasser zu setzen, so auf,
dass ihn nur die Sonnenstrahlen nicht treffen können: so erhält er sich acht bis vierzehn Tage,
während welcher Zeit zwar die untern, schon aufgeschlossnen Blumen verblühen, die obern,
noch unentwickelten Knospen aber sich vollkommen dafür entfalten."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)