"Stinkasant (Asa foetida): Als Asa foetida bezeichnet man das aus Rhizomen und Wurzeln verschiedener Ferula-Arten nach Verletzung austretende Gummiharz. Die Stammpflanze, Ferula assa foetida, Ferula rubricaulis u. a, Ferula-Arten, sind kräftige, bis 3 m hoch werdende Apiazeen. Ihre Heimat sind die Steppengebiete des westlichen Afghanistans und des östlichen Irans. Um Asant zu gewinnen, wird der Spross abgeschnitten, man legt Rhizom und Wurzel frei und verletzt sie, indem man in zeitlichen Abständen von Tagen jeweils dünne Scheiben des Rhizoms abschneidet. Der aus Exkretgängen nach außen fließende, milchige Balsam erstarrt allmählich und wird abgeschabt. Die Droge besteht aus braungelben Klumpen oder aus mehr oder weniger verklebten Körnern, die stark knoblauchartig riechen.
Die Hauptmasse der Droge wird von der mit Lipoidlösungsmitteln extrahierbaren Harzfraktion (~65%) gebildet. Für den Geruch der Droge ist das ätherische Öl verantwortlich, das etwa 4-9 % der Droge ausmacht. Der Hauptanteil des Öls wiederum setzt sich aus schwefelhaltigen organischen Verbindungen zusammen. Als Bestandteile des Harzes wurden Ferulasäureester nachgewiesen.
Die Anwendung von Asa foetida in der vornaturwissenschaftlichen Medizin als Anthysterikum dürfte mit dem schlechten Geruch und Geschmack der Droge zusammenhängen; die Wirksamkeit als Nervinum beruhte wohl auf nur psychischen Effekten. Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet war das eines Karminativums, selbst wirksam bei kolikartiger Flatulenz. Bei Kindern gab man es rektal in Form von Suppositorien. Nach oraler Gabe werden flüchtige Bestandteile offensichtlich rasch resorbiert und über die Lunge ausgeschieden. Man verwendete daher Asa foetida als Expektorans bei Bronchitis und Keuchhusten (als Tinktur oder in Pillenform). Nach einer neueren Mitteilung erwies sich die Droge bei Patienten mit Colon irritabile als wirksam."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)

"Ferulasäure: wurde zuerst aus dem Gummiharz verschiedener Ferula-Arten isoliert. Die trans-Form ist eine farblose, kristalline Verbindung, die sich in heißem Wasser, Ethanol und Ethylacetat löst. In Lösung findet partielle Isomerisierung zur cis-Form statt, die nach Abtrennung ein gelbliches Öl liefert. Sie tritt meist vergesellschaftet mit Kaffeesäure auf, beispielsweise in den Blättern von Eucalyptus globulus, im Rhabarber und im Tausengüldenkraut (Centaurium erythraea). Ferulasäure ist ein wirksames Hydrocholeretikum. Sie soll sich ferner als Lebensmittelkonservierungsstoff eignen."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)