Veilchen s, Viola, hauptsächlich über die Gebirge Südamerikas und die nördliche gemäßigte Zone verbreitete Gattung der Veilchengewächse mit annähernd 500 Arten, die zum Teil in zahlreiche Unterarten gegliedert werden. Meist Stauden, seltener Halbsträucher mit in der Regel lang gestielten, oft herz- bis eiförmigen Blättern sowie zum Teil laubblattartigen Nebenblättern. Die nickenden, meist blattachselständigen, mehr oder weniger lang gestielten Blüten sind überwiegend blau bis violett oder gelb (weißlich) gefärbt und haben eine dorsiventrale Krone. Das unterste der 5 Kronblätter ist oft größer als die anderen und besitzt zudem einen sog. Honigsporn (Blütensporn), in den von den beiden unteren Staubblättern ausgehende Fortsätze Nektar absondern. Der Weg hierhin wird nektarsuchenden Insekten durch auffällige violette oder schwarze Linien sowie gelbe oder weiße Saftmale (Blütenmale) gewiesen.
Bisweilen kann bei Veilchenblüten auch Kleistogamie beobachtet werden, d.h., die Blüten bleiben geschlossen und bestäuben sich selbst. Die Frucht des Veilchens ist eine 3klappig aufspringende Kapsel mit zahlreichen rundlichen bis eiförmigen Samen, die oft mit einem Elaiosom ausgestattet sind (Myrmekochorie).
Das gelb oder gelblich-weiß blühende Acker-Stiefmütterchen, Viola arvensis gedeiht in Ackerunkrautfluren, an Wegen und Schuttplätzen. Aus dem Wilden Stiefmütterchen (Viola tricolor) sind durch Auslese und Kreuzung mit anderen Wildarten zahlreiche Gartenformen entstanden.