Synonyme: Feldstiefmütterchen, Ackerveilchen, Dreifaltigkeitsblume, Dreifarbiges Veilchen, Freisamkraut, Fronsamkraut, Jesus-Blümchen, Sinnviole, Tag-und-Nachtveigerl

Historisches: Der Gattungsname Viola ist vermutlich eine Verkleinerung des griechischen ion, das unter anderem schon bei Homer bekannt war und im Altertum mit dem mythologischen Io in Verbindung gebracht wurde; iostephanos (veilchenbegrenzt) heißt bei Pinar die Stadt Athen. Nach einer Sage haben ionische Nymphen diese Blume dem Ion anläßlich der Gründung der Stadt Athen dargebracht. Das deutsche Wort Veilchen ist eine Entlehnung aus dem lateinischen viola. tricoloris (lat.) heißt dreifarbig. Die Bezeichnung Stiefmütterchen, die erst im 18. Jh. geprägt wurde, geht offenbar auf den Volksmund zurück. Danach bilden die beiden obersten Blütenblätter zwei Stühle, die die Stiefmutter für sich in Anspruch nimmt, auf den beiden seitlichen sitzen die eigenen Töchter, während sich die Stieftöchter mit dem untersten begnügen müssen.

Droge: Violae tricoloris herba (syn. Herba Jaceae, Herba Trinitatis, Herba Violae, Herba Violae tricoloris); Feldstiefmütterchenkraut (syn. Dreifaltigkeitskraut, Dreifaltigkeitstee, Freisamkraut, Freisamtee), das zur Blütezeit gesammelte und getrocknete Kraut.
Inhaltstoffe: Flavonoide (0,41 %), bes. Quercetin- und Luteolinglykoside, Carotinoide mit Violaxanthin als Hauptkomponente vgl. Formel, Anthocyane mit dem Pigment Violanin, Phenolcarbonsäuren, u.a. cis- und trans-Cumarsäure, Gentisinsäure und Protocatechusäure sowie Schleimstoffe (ca. 9,5 %).