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"[IV.153. - Scharfer Rittersporn] - Delphinium staphisagria (Ranunculaceae) - Schwarfer oder Läuserittersporn
Die wilde Staphis [Einige nennen sie Triphyllon, Andere Stesion, Astaphis, Phtheiroktonon, Phtheirion, Apanthropon, Polyeides, Pseudopathes, Arsenote, die Aegypter Ibesaoide, die Römer Herba pedicularia] hat wie beim wilden Wein eingeschnittene Blätter, aufrechte, weiche, schwarze Stengelchen; sie trägt eine Blüthe ähnlich gefärbt wie der Waid, die Samen in grünen Hülsen wie bei der Erbre, dreikantig, rauh, schwärzlichgelb, innen weiss, mit scharfem Geschmack. Wenn man 15 Körner davon, in Honigmeth fein gerieben, gibt, so erfolgt Reinigung durch Erbrechen von dickem Schleim; die, welche sie trinken, müssen spazieren gehen, die welche sie geben, müssen aber fort-während Honigmeth dazu reichen wegen der Gefahr, Erstickung zu bewirken und wegen des Brennens im Schlunde. Für sich allein zerrieben oder mit Sandarach und mit Oel ist sie (die Pflanze) eine gute Salbe gegen Läusekrankheit, Jucken und Krätze. Gekaut ist sie sehr stark schleimführend. Auch bei Zahnschmerzen hilft sie mit Essig gekocht als Mundspülwasser; ebenso beruhigt sie Fluss des Zahnfleisches und heilt mit Honig Ausschlag im Munde. Sie wird auch den brennenden Salben zugesetzt."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)