"Steinklee-Extrakt: Arzneilich verwendet werden die auf einen bestimmten Kumaringehalt eingestellten Extrakte der beiden gelbblühenden Melilotusarten, Melilotus officinalis und M. altissimus. Die Droge, Steinkleekraut, besteht aus den zur Blütezeit gesammelten und getrockneten Blättern und blühenden Zweigen der genannten Arten. Sie riecht angenehm nach frischem Heu.
Der auf Cumarin eingestellte Extrakt ist Bestandteil von Kombinationspräparaten, die als Venenmittel verwendet werden. Beim Menschen erzeugen 4 g Melilotusextrakt Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und Schwächegefühl. Akute Intoxikationen sind durch Fertigarzneimittel bei bestimmungsgemäßem Gebrauch nicht zu befürchten, da die therapeutische Richtdosis (0,025 g Extrakt) weit unterhalb der Intoxikationsschwelle liegt. Die Praxis zeigt, dass nach längerer Anwendung von "Kräutermedizinen", die u.a. Melilotus und Tonkabohnen enthalten, abnorme Blutgerinnungswerte und Blutungen (bei weiblichen Patienten) auftreten können."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)