"Meloten-Klee, Steinklee, Honigklee, Bärklee, Seelotenklee, Schotenlee, güldner Klee, Melote, Melilote.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in den übrigen Ländern Europens, auf Wiesen, in Dorngesträuchen und an schattigen Orten.
Blühet im Julius und August.
In den Apotheken wird das Trifolium officinale im blühenden Zustande gesammelt und bald als Kraut, Herba meliloti, bald als Blumen, Flores Meliloti, aufbewahrt; da aber Kraut und Blumen nicht von einander gesondert wird: so ist dafür die Benennung Summitates Meliloti viel passender. An einige Orten sammelt man sie auch zugleich von dem Trifolium vulgare, weil dieses bisher nur für eine Abart von dem Trifolium officinale gehalten wurde; die neue Preußische Pharmacopoe hingegen will, daß sie von der Linne'schen Abart mit gelben Blumen, also von dem Trifolium officinale, gesammelt werden sollen.
Das Trifolium officinale besitzt einen starken eigenthümlichen Geruch und einen bitterlichen schleimigen Geschmack. Sein vorwaltender Grundstoff ist, außer einem ätherischen Öhle, auch Schleim. - Man gebraucht es äußerlich, als ein sehr wirksames zertheilendes und erweichendes Mittel, in Kräutersäckchen oder Breyumschlägen, weßhalb es auch zu den Species ad Cataplasma genommen wird. In dem Melilotenpflaster, Emplastrum Meliloti, ist es weniger wirksam. Innerlich wurde das Trifolium officinale nur in ältern Zeiten, und auch nur sparsam, angewendet. - In der Schweiz wird es eben sowohl, wie das Trifolium coeruleum, zu dem grünen Schweizer Käse genommen. Die Tabacksfabricanten bedienen sich deßselben zum Schnupftabak. In der Moldau gebraucht man es um das Pelzwerk vor den Motten zu schützen, weßhalb es dort auch Mottenkraut genannt wird."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)
"Petitpierre’scher Klee.
Wächst bey Calbe, Barby, Gnadau und Felgeleben — wahrscheinlich auch in andern Gegenden
Deutschlands — unter dem Getreide.
Blühet im Junius und Julius.
Uebrigens kommt das Trifolium Petitpierreanum in Rücksicht des Geschmacks und Geruchs
mit dem Trifolium officinale überein, und kann daher auch wohl in seinen therapeutischen Eigenschaften
von demselben nicht verschieden seyn. Wenn es also für dieses in den Apotheken
gesammelt werden sollte — wie dies denn hin und wieder geschieht — so, glaube ich, kann
dies, ohne dass ein Nachtheil zu fürchten ist, zugelassen werden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)
"Koch’scher Klee.
Wächst bey Gnadau und Felgeleben — vielleicht auch in andern Gegenden Deutschlands —
an den Rändern der Graben.
Blühet im Julius und August.
Da das Trifolium Kochianum keinen Geruch besitzt: so lässt sich hieraus mit Gewissheit
auf die Abwesenheit des ätherischen Ohles schließen, weshalb man sich vorsehen muss, es nicht
mit dem Trifolium officinale zu verwechseln. Ob nun gleich schon die Gegenwart oder Abwesenheit
des Geruchs deutlich genug zeigt, ob man diese oder jene Art vor sich habe, oder richtiger
gesagt, ob es eine der wirksamen Arten, oder das unwirksame Trifolium Kochianum sey; so
mag letzteres dennoch hin und wieder gesammelt werden ; denn ich erinnere mich in früheren
Jahren in einer Apotheke völlig geruchlose Summitates Meliloti mit gelben Blumen gefunden zu
haben, die, wie ich jetzt glaube, von dem Trifolium Kochianum mussten gesammelt worden
seyn."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Zweyter Band. 1809.)