"Smilax-Saponine: Man kennt zur Zeit an die 200 Smilax-Arten. Es handelt sich um Kletterpflanzen, die in den Tropen und in den wärmeren Regionen der nördlichen Hemisphäre beheimatet sind. Als Drogen verwendet man die getrockneten Wurzeln bestimmter Arten: Sarsaparille oder Sarsaparillwurzel besteht aus den oft meterlangen Wurzeln der mittelamerikanischen Smilax aristolochiaefolii, S. regelii (syn. S. ornata) und S. febrifuga (syn. S. purhampuy). IN der chinesischen Medizin verwendet man Wurzeln und/oder Rhizome von S. sieboldi, S. stans, S. scobinicaulis und S. glabra.
Wurzeln und Rhizomteile von Smilax-Arten enthalten, soweit sie bisher untersucht wurden, 1-3% Steroidsaponine, in denen Sarsapogenin und Smilagenin als Aglykone auftreten. In der rationalen Pharmakotherapie spielen die Substanzen keine Rolle. Hingegen spielen sie eine wichtige Rolle als Arzneistoffe in der Volksmedizin verschiedener Kulturkreise (Neue Welt, Indien, China) für je gleiche Indikationen. In Europa und in China gehörte Sarsaparille über Jahrhunderte zu den Basismitteln der Lues-Therapie (Syphilis-Therapie). Weitere traditionelle Anwendungsgebiete sind Psoriasis, chronische Hautausschläge, Furunkulose und Rheumatismus, überhaupt Krankheiten mit chronisch entzündlichem Verlauf. Kontrollierte Studien zur immunologischen Wirkbasis liegen nicht vor."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)