"Ilex aquifolium
Die Blätter, Folia Aquifolii s. Agrifolii s. Ilicis Aquifolii,
sind als Arzneimittel aufgenommen
worden. Sie sind ohne Geruch, besitzen aber einen schleimig -bitterlich -zusammenziehenden
Geschmack. Ihr vorwaltender Grundtheil besteht in bitterlich -zusammenziehendem Stoffe,
verbunden mit schleimig- harzigen Theilen.
Man hat sich dieser Blätter schon seit langer Zeit in Niedersachsen und Westphalen als Hausmittel
wider gichtische Übel und wider die nach der Gicht zurückbleibende Steifheit der Gelenke
bedient, und ist nachher von mehreren Ärzten zu gleichem Zwecke angewendet und empfohlen
worden. Auch ist dieses Mittel von Dürande gegen Wechselfieber, wo es zuweilen die China
übertroffen haben soll, so wie auch gegen Schwäche des Magens und der Yerdauungswerkzeuge
gelobt worden; und Geoftroy rühmte es gegen Kolik und Schneiden.
Am zweckmäßigsten ist seine Anwendung als Decoct zubereitet, worin es täglich bis zu einer
Unze gegeben werden kann. Es müssen dazu aber die Blätter, da sie von fester Substanz
sind, fein zerschnitten werden.
Aus der Rinde dieses Gewächses bereitet man auch , so wie aus dem Viscum album, einen
Vogelleim."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Achter Band. 1822)