Stechapfel, Datura, Gattung der Nachtschattengewächse mit 8 vor allem im Süden Nordamerikas heimischen Arten. Kräuter oder kurzlebige, buschig verzweigte Stauden mit ungeteilten, oft buchtig gezähnten Blättern und großen, meist weißen Blüten, deren trichterförmige Krone in einem 5zipfligen Saum endet. Die Frucht ist eine ei- bis spindelförmige, meist stachelige Kapsel mit zahlreichen Samen.
In Mitteleuropa zu finden ist der Gemeine Stechapfel, Datura stramonium, eine ursprünglich in Nordamerika heimische, heute in der warm-gemäßigten Zone weltweit verbreitete Pflanze, die wahrscheinlich im 16. Jahrhundert nach Europa gelangte. Standorte des ziemlich seltenen, 1jährigen und bis 1 m hohen Gemeinen Stechapfels sind sonnige Schuttunkrautfluren. Charakteristisch sind die eiförmigen, stacheligen Fruchtkapseln (Name!).
Verschiedene Arten werden bei uns ihrer schönen Blüten wegen kultiviert. Am bekanntesten ist die aus Mexiko stammende Engelstrompete (Datura suaveolens syn. Brugmansia suaveolens) mit großen, weich behaarten Blättern und duftenden, bis 30 cm langen, weißen oder cremefarbenen Blüten, die auch gefüllt sein können. Sie ist ebenso wie der Stechapfel wegen des Alkaloidgehalts ihrer Blätter und Samen in hohem Maße giftig.
Die zugleich betäubende (schmerzstillende und krampflösende) wie auch berauschende (halluzinogene) Wirkung des Stechapfels wurde bzw. wird in den verschiedensten Kulturkreisen sowohl medizinisch (Heilpflanzen) als auch zu religiösen bzw. kultischen Zwecken genutzt. Der Konsum von Stechapfel bzw. Engelstrompete als Rauschdroge kann zu lang anhaltenden Rauschzuständen mit intensiven Sinnestäuschungen und schließlich zur Sucht führen. Überdosierungen haben starke, zum Teil auch tödliche Vergiftungen zur Folge.