Synonyme: Datura bernhardii, D. bertolonii, D. lurida, D. parviflora, D. spinosa, Stramonium foetidum, S. spinosum, S. vulgatum;
Gemeiner Stechapfel, Asthmakraut, Kratzkraut, Schwarzkümmel, Stachelnuß, Teufelsapfel, Weißer Stechapfel

Historisches: Die Pflanze kam erst im 16. Jh. nach Europa und Deutschland, verbreitete sich dann aber rasch. In den mittelalterlichen Kräuterbüchern wird nur Datura metel abgebildet. Die medizinische Verwendung wurde erst seit ca. 1762 empfohlen, obwohl bereits früher Datura in sogenannten Hexentränken und Initiationsritualen verwendet wurde. In Mexiko spielt die Pflanze dagegen seit dem Altertum eine bedeutsame Rolle als Medizin. Die starken betäubenden Eigenschaften waren Ursache für die Nutzung in Drogenzubereitungen für kultische Handlungen und medizinische Eingriffe. Der Gattungsname Datura ist arabischen Ursprungs, während sich stramonium aus dem griechischen strychnon und manikon (Wahnsinn) zusammensetzt. Den deutschen Namen erhielt die Pflanze wegen ihrer stachligen Frucht. Besonders die Samen dienten früher nicht selten für Mord- und Selbstmordversuche. Mitunter benutzten Kriminelle Aufgüsse der Samen zur Betäubung ihrer Opfer.

Drogen: 1. Stramonii folium (syn. Folia Daturae, Folium Daturae stramonii, Folia Stramonii, Folium Stramonii, Herba Stramonii, Stramonii folia, Stramonii herba); Stramoniumblätter (syn. Stechapfelblätter, Stechapfelkraut, Stramonium), die getrockneten Blätter oder die getrockneten Blätter mit blühenden Zweigspitzen und gelegentlich Früchten. Die Droge ist stark giftig!
Inhaltstoffe: Alkaloide (0,1-0,65 %, v.a. Scopolamin, Hyoscyamin, daneben Apoatropin, Belladonnin, Nicotin, Cuskhygrin), Withanolide (u.a. Withastramonolid) vgl. Formel, Flavonoide (v.a. Bioside des Quercetins und Kämpferols), Cumarine (u.a. Umbelliferon, Scopolin, Scopoletin).
2. Stramonii semen (syn. Semen Daturae, Semen Stramonii, Stramonium e seminibus); Stramoniumsamen (syn. Stechapfelsamen), die reifen Samen. Die Droge ist stark giftig!
Inhaltstoffe: Tropanalkaloide (0,4-0,6 %, v.a. Hyoscyamin, Scopolamin), β-Carbolinalkaloide (u.a. Fluorodaturatin), 4-Methylsterole, Lectine, fettes Öl (15-45 %), Proteine (12-25 %).