"[II.151. - Spargel] - Asparagus acutifolius (Liliaceae) - Spitzblättriger Spargel, Asparagus officinalis (Liliaceae)
Der Felsenspargel, welchen sie Myakantha [Einige auch Mys] nennen, ist bekannt. Sein Stengelchen, etwas gekocht und gegessen, erweicht den Bauch und treibt den Urin. Die Abkochung der Wurzeln, getrunken, hilft gegen Harnverhaltung, Gelbsucht, Milz- und Ischiasschmerzen, und mit Wein gekocht gegen den Biss der Spinne, auch gegen Zahnschmerzen, wenn die Abkochung an dem leidenden Zahne behalten wird. In derselben Weise wirkt aber auch der Same, wenn er getrunken wird. Man sagt, dass die Hunde, wenn sie die Abkochung davon trinken, sterben. Einige haben erzählt, dass, wenn Jemand die Hörner des Widders zerhackt und vergräbt, Spargel daraus wächst; mir aber unglaublich. Dieser Spargel nun aber ist ein vielverzweigter Strauch mit vielen langen fenchelähnlichen Blättern und einer runden großen Wurzel, welche eine Knolle hat. Wenn das Stengelchen voll diesem mit Weißwein zerrieben wird, so lindert es die Milzschmerzen, gekocht oder gebraten genommen besänftigt es Harnzwang, Harnverhaltung und Dysenterie. Seine Wurzel in Wein oder Essig gekocht beruhigt Verrenkungen. Mit Feigen und Erbsen gekocht und genommen heilt sie Gelbsucht, lindert auch Ischiasschmerzen und Harnzwang. Wird sie aber umgebunden und ihre Abkochung getrunken, so verhindert sie die Empfängnis und macht unfruchtbar."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)