"Swietenia febrifuga (Soymida febrifuga)
Herr Roxburgh entdeckte diesen Baum in den gebirgigen Gegenden der Rajumundrischen Districte in Ostindien, die sich von Samulcota und Peddapore gegen Süden neigen, und schickte von der Rinde desselben eine beträchtliche Menge an die ostindische Compagnie in England. In Ostindien wird dieser Baum Soymida genannt, woher auch in den Apotheken die Rinde den Nahmen der Soymidarinde (Cortex Soymidae) erhalten hat.
Die im Handel vorkommende Rinde bestehet aus Stücken von verschiedener Größe. Gewöhnlich sind sie einen halben bis zwey Fuß lang, einen bis acht Zoll breit, und dabey von mäßiger Dicke. Aeußerlich ist sie mit verschiedenen Flechten überzogen, und hat ein rauhes, punctirtes Ansehen. Das Oberhäutchen ist sehr dünn und von aschgrauer Farbe. Die eigentliche Rinde, bey weitem der gröbste Theil, besteht aus verschiedenen Lagen, hat eine schwärzlich geflammte rothe Farbe, ist brüchig, und dabey so dicht, daß sie polirt werden könnte. Der Bast ist sehr dünne, zähe, und schwächer gefärbt als die Rinde selbst. Der Geschmack dieser Rinde ist sehr bitter und äußerst zusammenziehend; der Geruch hingegen ist nur schwach, jedoch angenehm und gewürzhaft, wovon man auch bey dem Geschmacke etwas wahrnimmt. Der beym Stoßen dieser Rinde aufsteigende Staub reizt die Nase des Arbeiters, und erregt Niesen. Ist die Rinde durch Zufall feucht geworden, so wird sie braun, und zwischen dem Oberhäutchen und der Rinde selbst, oder zwischen den Lamellen derselben findet man dann zuweilen eine schwärzliche, dichte, unschmackhafte Substanz. Auch sieht man zuweilen an der Rinde etwas reines Gummi hängen, und Herr Roxburgh bemerkt, daß aus der verwundeten Stelle des Baumes ein heller Saft ausfließe, der zu einem harten, geschmack- une geruchlosen Gummi erhärte.
In Fiebern, vorzüglich in Wechselfiebern, und selbst da, wo die China und andere Mittel nicht helfen wollten, hat sich diese Rinde sehr wirksam gezeigt. Man rühmt von ihr, dass sie nicht, wie die caribäische China, Erbrechen, oder wie die gewöhnliche, Verstopfungen errege. Das Holz der Swietenia febrifuga ist dunkelrot, hart, schwer und fest, und wird von den Einwohnern, da es nicht vom Wurmfraße leidet, als Bauholz gebraucht."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Erster Band. 1805)