"Rundblättriger Sonnenthau, Sindau, Bauernlöffelkraut, Jungfern blüthe, edler Wiederthon.
Wächst in ganz Deutschland, und den übrigen Ländern Europens, so wie auch in America, in Sümpfen und Mooren, vorzüglich im Torfmoose.
Blühet vom Junius bis in den August.
Man sammelte ehedem in den Apotheken die Drosera rotundifolia unter dem Nahmen Herba Rorellae seu Roris solis; jetzt geschieht dies aber nur noch an wenigen Orten, wo sie des Landmanns wegen gehalten werden muss.
Sie hat einen scharfen, etwas zusammenziehenden Geschmack und gehört zu den scharfen Mitteln, und zwar zu denjenigen, die den scharfen Grundstoff rein, ohne Beymischung von ätherischem Oehle, enthalten. Außer diesem aber scheint auch eine freye Säure zu ihren Bestandteilen zu gehören, da ihre Blätter, wenn sie in Milch gelegt werden, dieselbe gerinnend machen.
Nach Dodoneus ziehen die mit etwas Salz zerstoßenen Blätter auf die Haut gelegt Blasen; und der aus den Drüsen ausschwitzende Saft soll nach andern Leichdorn und Warzen vertreiben."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)

"Langblättriger Sonnenthau, kleiner Sonnenthau, Herrnlöffelkraut.
Wächst in ganz Deutschland und den übrigen Ländern Europens auf Torfmooren, die im Sommer austrocknen.
Blühet im Julius und August.
Die Drosera longifolia kommt übirigens ihren Eigenschaften nach völlig mit der Drosera rotundifolia überein; sie besitzt ebenfalls den scharfen Grundstoff und könnte daher eben so gut wie diese — wenn mann etwa einst wieder Herba Rorellae als Arzneymittel gebrauchen sollte — gesammelt werden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)

"Englischer Sonnenthau.
Wächst in ganz Deutschland, so wie auch in den übrigen Ländern Europens, in Sümpfen und auf solchen Torfmooren, die nie austrocknen, gewöhnlich zwischen dem Torfmoore.
Blühet im Junius und Julius.
Von den Eigenschaften der Drosera anglica gilt in pharmacologischer Rücksicht eben das, was bey der Drosera longifolia bemerkt worden ist."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)