"Solasonin und Solasodin: Solasonin und verwandte Glykoside des Solasodins wurden in bisher über 100 Solanum-Arten gefunden. Die Glykoside selbst haben keine Bedeutung, doch ist das Solasodin von Interesse als Rohstoff zur Partialsynthese von Steroidhormonen, sowie als potentieller Arzneistoff mit kortisonähnlichen Wirkungen.
Zur Solasodingewinnung eignen sich die getrockneten Früchte von Solanum khasianum, S. laciniatum und S. marginatum, sowie die getrockneten Blätter von S. aviculare. Solasodin lässt sich unter den gleichen Bedingungen wie für das Diosgenin beschrieben in Corticoide, Gestagene und Kontraceptiva umwandeln. Die Substanz wurde in der ehemaligen UdSSR eingehend pharmakologisch und klinisch geprüft. Klinische Beobachtungen mit Solasodinzitrat am Menschen ließen kardiotonische, antiphlogistische und desensibilisierende Wirkungen, insbesondere bei Patienten mit rheumatischer Polyarthritis und Morbus Bechterev erkennen."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)