"[IV.71. - Strychnos] - Solanum nigrum (Solanaceae) - Schwarzer Nachtschatten
Der Gartenstrychnos [Einige nennen ihn den gebauten, die Römer Strumus, auch Cucubalus, die Aegypter Allelo, die Gallier Skubulus, die Afrikaner Astresmumis]. Der essbare Strychnos ist ein kleiner, nicht grosser Strauch mit vielen Achseltrieben, er hat schwarze Blätter, grösser und breiter als die des Basilikum, eine runde grünliche Frucht, sie wird aber nach der Reife schwarz oder gelb. Für den Genuss ist die Pflanze schädlich. Sie hat kühlende Wirkung, daher sind die Blätter mit dem feinen Mehl der Graupen als Kataplasma ein gutes Mittel bei Rose und kriechenden Geschwüren. Für sich allein gestossen aufgelegt heilen sie Aegilopie und Kopfschmerzen, helfen auch einem erhitzten Magen; mit Salz fein gestossen als Kataplasma vertheilen sie Drüsen neben den Ohren. Auch der Saft der Pflanze mit Bleiweiss, Rosensalbe und Bleiglätte wirkt gut bei Rose und kriechenden Geseliwüren, bei Aegilopie mit Brod. Mit Rosensalbe aufgestrichen ist er ein gutes Mittel für Kinder, die an Sonnenbrand leiden; er wird auch statt Wasser oder Ei den Kollyrien zum Einsalben gegen heftige Flüsse zugemischt, eingetröpfelt heilt er auch Ohrenschmerze. In Wolle als Zäpfchen eingelegt stellt er den Fluss der Frauen. [Der Saft, mit dem gelben Mist der Haushühner verrührt und auf einem Lappen aufgelegt ist ein unentbehrliches Mittel bei Aegilopie."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)