"Mexikanische Skammoniawurzel: stammt von Ipomoea orizabensis, einer Kletterpflanze mit einer etwa 60 cm langen, spindelförmigen Wurzel. Die Droge wird im mexikanischen Staat Orizaba gesammelt und über Vera Cruz exportiert. Vor dem Trocknen wird die Wurzel in ungleiche Stücke geschnitten. Die Droge weist einen schwachen Geruch und einen schwach kratzenden Geschmack auf. Nach Extraktion mit Ethanol erhält man das mexikanische Skammoniaharz als bräunliches Pulver mit etwa 65% etherlöslichen Bestandteilen.
Skammonia ist ein antiker Pflanzenname für Purgierwinden. Die altweltliche Convolvulus scammonia besitzt eine mächtige, bis 1 m lange und oben bis 10 cm dicke Hauptwurzel. Das echte Skammoniaharz (Resina Scammoniae) gewann man in der Antike durch Einschnitte in die frische Wurzel. Das Parenchym des Holzkörpers ist mit Milchsaftschläuchen durchsetzt. Beim Einschneiden tritt der Milchsaft nach außen, erstarrt langsam und kann abgekratzt werden."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)