"Jojobaöl: Ein natürliches, flüssiges Wachs, das aus den Früchten der Jojoba, Simmondsia chinensis, gewonnen wird. Der kleine (0,6-3m), trockenresistente Strauch wächst wild in den Trockengebieten Kaliforniens, Mexikos und Arizonas. Die Frucht ist eine etwa 4 cm große Kapsel mit 1-3 Samen. Das physiologisch Ungewöhnliche besteht darin, dass die Embryonen als Reservestoff nicht Triacylglyceride, sondern eben flüssiges Wachs (etwa 50%) enthalten; es wird während der Keimung wie sonst Fett verwertet. Technisch gewinnt man das Wachs durch Pressen.
Hellgelbe Flüssigkeit, die nicht ranzig wird und bis 300°C temperaturbeständig ist. Jojobaöl ist ein guter Ersatz für Walrat, dessen Verwendung verboten ist.
Die Indigenen pflegten das Jojobaöl, das angenehm riecht und schmeckt, als Speiseöl zu verwenden. Allerdings kann es durch Lipasen nicht gespalten, daher nicht verdaut und kalorisch verwertet werden."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)