"Cassia acutifolia (Senna alexandrina)
"Von der Cassia acutifolia werden, nach meiner Untersuchung, die jetzt im Handel vorkommenden ostindischen Sennesblätter gesammelt, ...
In der neuern Zeit können diese Sennesblätter aber auch von den Schiffen in den Seeplätzen des rothen Meeres aufgenommen und nach den ostindischen Besitzungen der Engländer geführt und von dort aus nach Europa geschickt werden, woher sie denn auch jetzt erst unter dem Namen der ostindischen Sennesblätter bey uns Vorkommen. Für diese Meinung spricht auch die Bemerkung Nectoux's, nach welcher jene Schiffe, wenn sie die indischen Waaren und den Kaffee von Yemen nach Cossir und Suez bringen, bey nicht voller Ladung, Ballen von Sennesblättern mit aufnehmen. Sie kommen hier in Kisten oder Ballen von ein bis zwey Hundert Pfund, sehr dicht gepackt an, welches zwar auf einen andern Ort der Verpackung, als den der alexandrinischen, schließen lässt, aber deshalb noch gar nicht auf einen andern ihrer Abkunft; denn die im Handel verkommenden Waren, welche nach Provinzen unterschieden werden, kommen selten oder doch wenigstens nicht immer — von diesen Provinzen her, und so können wir denn auch, ostindische Sennesblätter erhalten, die ihre Abkunft nicht Ostindien, sondern Arabien oder Ober-Agypten verdanken.
Die Sennesblätter, welche von der Cassia acutifolia unter so verschiedenen Namen Vorkommen, stehen denen, welche von der Cassia lanceolata abstammen, weit nach, und sollten daher nirgend angewendet werden; dennoch aber gehen sie durch Handel nach Polen und Russland."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Neunter Band. 1825)

"Cassia lanceolata (Senna alexandrina)
"Von der Cassia lanceolata, welche in Ägypten Sena-Mecky genannt wird, kommen die alexandrinischen Sennesblätter, Folia Sennae alexandrinae, die ihren Namen daher erhalten haben, weil sie über Alexandria, wo sich, wie in noch mehreren andern Orten Ägyptens große Magazine von dieser Handelsware befinden, zu uns kommen. ...
Die Sennesblätter gehören zu den mäßigen Purgiermitteln; und ihre Wirkung hängt hauptsächlich von der Cathartine und dem flüchtigen Öhle ab, weshalb sie nicht in der Abkochung gegeben werden dürfen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Neunter Band. 1825)