"Sinapis alba
Von Sinapis alba findet sich in den Apotheken den Samen, Semen Sinapeos albae seu
Erucae. Er ist von scharfem Geschmack, der von einem in ihm liegenden scharfen, sehr
flüchtigen ätherischen, dennoch aber im Wasser zu Boden sinkenden Öhle herrührt, was bey den
Kreuzblumen Gewächsen so herrschend vorkommt. Außer diesem Öhle enthält er aber auch
noch ein Fettes, welches durch Auspressen aus ihm gewonnen wird,...
Es gehört dieser Same zu denjenigen scharfen Arzneymitteln, welche ihre Schärfe einem
scharfen ätherischen Öhle verdanken. Innerlich, wenn man den Gebrauch, der in der Küche
von ihm gunacht wird, abrechnet, wird er nur selten angewendet, und wo er dann andern
scharfen Mitteln seiner Art gleich geschätzt werden kann. Um so mehr aber gebraucht man ihn
äußerlich zu Senfpflastern oder Sinapismen."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Achter Band. 1822)