Seidelbast, Daphne, Gattung der Seidelbastgewächse mit ca. 50 Arten in Europa, Nordafrika und den gemäßigten bzw. subtropischen Regionen Asiens. Niedere, immergrüne oder laubwerfende Sträucher mit derben, lineal-lanzettlichen bis spatelförmigen Blättern und end- oder blattachselständigen, kleinen, oft stark duftenden Röhrenblüten mit 4zipfligem Saum.
Der in fast ganz Europa vorkommende Gemeine Seidelbast oder Kellerhals (Daphne mezereum), ein bis 1,5 m hoher Strauch mit nur an den Spitzen beblätterten Zweigen, blüht vor dem Laubaustrieb. Die duftenden, rosa Blüten stehen zu 2 bis 3 über den Narben der vorjährigen Blätter und bilden ca. 1 cm große, rot glänzende Früchte. Die in Laub- und Mischwäldern sowie Hochstauden-Gesellschaften anzutreffende Pflanze ist gesetzlich geschützt.
Der in Mittel- und Südeuropa heimische, in Deutschland im Bestand gefährdete, ebenfalls geschützte Rosmarin-Seidelbast (Heideröschen, Reckhölderle; Daphne cneorum) ist ein bis 30 cm hoher, seltener Zwergstrauch mit außen behaarten, dunkelrosa gefärbten, an den Zweigenden stehenden Blüten. Er kommt in Halbtrockenrasen, trockenen Waldsäumen und in Felsband-Gesellschaften vor.
Verschiedene Arten sind äußerst giftig. Beim Gemeinen Seidelbast enthalten alle Pflanzenteile, insbesondere Rinde, Früchte und Samen, Cumarine wie Daphnoretin, Cumaringlykoside wie Daphnetin, Umbelliferon und Daphnin, Phenolglucoside (z.B. Daphnosid) sowie Diterpenester wie Daphnetoxin und Mezerein (Diterpene). Äußerlich haben die Inhaltsstoffe eine stark hautreizende Wirkung (Rötung, Blasenbildung bis hin zu Nekrosen). Innerlich bewirken sie eine heftige Reizung und Schädigung der Schleimhäute (Brennen, Nekrosen, Gastroenteritis usw.) sowie Krämpfe, Lähmungen, Nierenschäden und Kreislaufkollaps. Schon etwa 10 Früchte sollen eine tödliche Vergiftung verursachen können. Wegen des hohen Vergiftungsrisikos wird Seidelbast nicht mehr wie früher in der Volksheilkunde verwendet.
Viele Arten des Seidelbasts sind beliebte Ziersträucher.