"Die Pflanze, welche wie ich glaube nicht unpassend der knidische Purgirstrauch genannt werden kann, war eines der wichtigsten Heilmittel der Hippokratiker. Linne nannte die Pflanze Daphne Gnidium.
Ungemein häufig werden sowohl die Blätter als die Beeren des knidischen Purgirstrauches in den hippokratischen Schriften genannt, Man gab sie als Abführungsmittel in Fiebern , sogar bei Lungenentzündungen, bei Schleimkranhheiten , bei der Wassersucht , auch bei der Schwindsucht, wenn gastrische Unreinigkeiten Purgirmittel nöthig machten . In Klistieren wurden sie ebenfalls gebraucht und dazu gewöhnlich 60 Körner genommen , so wie zu Einspritzungen in den Uterus . Bei besondern hysterischen Anfällen ließ man den inneren weißen Theil des Samens mit Honig gemischt an die Nase streichen."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)

"Ueber die Bestimmung dieser Pflanze sind die Botaniker nichts weniger als einig; ich glaube aber Cäsalpina Meinung beitreten zu müssen, der sie auf den auch an einigen Orten Teutschlands wachsenden Lorbeerzeilant, Daphne Laureola L. bezieht.
Die Hippokratiker bedienten sich ihrer zu Mutterklistieren , um auf diese Art, wie sie glaubten, gallige Unreinigkeiten auszuführen."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)