"Rispenblüthiger Seidelbast.
Wächst in Italien, Spanien und im Narbonne’schen.
Blühet im März und zum zweyten Mahl im Julius,
Auch von der Daphne Gnidum wird die in den Apotheken unter dem Nahmen Cortex
Mezerei seu Laureolae vorkommende Rinde gesammelt, wo auch niemand etwas dawider haben
kann, da die Erfahrung gelehret hat, dass sie von gleicher Wirkung mit der von der Daphne
Mezereum ist, die bey uns gewöhnlich vorgefunden wird. Man kann sie von dieser und der
der Daphne Laureola, wenn sie auch in ihrem Innern ebenfalls grün ist, durch das Oberhäutchen
unterscheiden, welches braun ist und dabey viele Narben sehen lässt, die durch das Abfallen
der Blätter entstanden."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)
"Immergrüner Seidelbast, Seidelstaude, Seidelbaststaude, Kellerhals, immergrüner Kellerhals, Lorbeerkraut, Lorbeerstaude, Lorbeerdaphne.
Wächst in Österreich, Böhmen, in der Schweiz, in Frankreich und England auf gebirgigen, waldigen Gegende.
Blühet im März und April.
Die Rinde der Daphne Laureola wird ebenfalls, so wie die von der Daphne Mezereum, gesammelt und unter dem Nahmen Cortex Mezerei s. Laureolae aufbewahrt. Sie ist auch innerhalb grün, aber man wird sie immer unterscheiden können, weil sie, besonders an den starken Zweigen, mit einem schwarzgrauen, etwas gestrichelten Oberhäutchen überzogen ist, da hingegen die der Daphne Mezereum ein graubraunes, etwas ins Grünliche fallende, oft mit schwarzen Puncten bezeichnetes Oberhäutchen hat.
Rinde und Frucht der Daphne Laureola haben mit denen von der Daphne Mezereum gleiche Schärfe; die Frucht aber, die eine länglich-eyförmige Nuß enthält, kann nicht zum Semen Coccognidii gesammelt werden, weil man diesen nur als fast kugelförmig kennt.
Auch die Blätter der Daphne Laureola, so wie auch der übrigen Arten dieser Gattung sind so scharf, daß sie schon in nicht sehr großen Gaben als Gift wirken."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)
"Gemeiner Seidelbast, Sedelbast, Sebast, Süßbast, Wolfsbast, Zebast, Zeibast, Zeidelbast, Ziedelbast, Zindelbast, Ziegling, Zieglig, Zeiland, Zeland, Zeilang, Zylang, Kellerhals, Kellerschall, Lorbeerkraut, Kellerkraut, Läusekraut, Brennwurz, Rachbeere, Rechbeere, Kellerbeere, Kellerhalsbeere, Scheißlorbeere, Pfefferbeere, falscher deutscher Bergpfeffer, Pfefferstrauch, Pfefferbeere, Thymelär, Damar.
Wächst in mehreren Gegenden Deutschlands und in den mehresten, vorzüglich den nördlichen Ländern Europens, so wie auch im nördlichen Asien, in schattigen, bergigen Wäldern.
Blühet im März und April.
Die Rinde, welche in den Apotheken unter dem Nahmen Cortex Mezerei seu Laureolae aufbewahrt wird, sammelt man nicht allein von der Daphne Mezereum, sondern auch ganz gleich von der Daphne Thymelaea, Daphne Laureola und Daphne Gnidium, was auch ganz gleich ist, da alle Arten der Gattung Daphne den scharfen Grundstoff enthalten, und diese vier, wie die Erfahrung gelehrt hat, in dieser Hinsicht vollkommen sich gleichen. Man nimmt die Rinde sowohl von der Wurzel als auch von dem Stamme und den Ästen, und zwar sammelt man sie schon im Februar oder noch ehe die Knospen sich entfalten.
Die Rinde ist fast geruchlos, besitzt aber einen äußerst brennenden Geschmack. Auf die Haut gelegt, wenn sie vorher in Essig eingeweicht wird, zieht sie Blasen, weßhalb man sich ihrer auch äußerlich als blasenziehendes Mittel bedient. Innerlich - wo ihr Gebrauch aber viel Vorsicht erfordert, indem sie leicht Schmerzen im Magen, Trockenheit, Erbrechen, oder wohl gar Entzündung und Brand erregen kann - hat man sich ihrer in venerischen Knochenkrankheiten und Knoten, bey scirrhösen Geschwülsten und in gichterischen Zufällen, besonders, wenn sie mit dem venerischen Übel vergesellschaftet sind, bedient.
Die beerenartigen Steinfrüchte oder auch die Kerne derselben sind noch viel schärfer als die Rinde und daher ist ihr innerer Gebrauch auch noch viel unsicherer. Sie sind zwar in der Wassersucht und in dem Keuchhusten der Kinder gebraucht worden, was aber, des Gefahrvollen wegen, keiner Nachahnmumg verdient. - Unter den vielen deutschen Nahmen, die dem ganzen Gewächse beygelegt werden, befindet sich auch der Nahme Pfefferstrauch, und dieser hat den Unkundigen veranlaßt die Früchte dieses Gewächses zu sammeln und als Pfeffer zu gebrauchen, wo denn die traurigsten Folgen nicht ausblieben."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Dritter Band. 1815.)