"Nigella sativa L., Schwarzkümmel
(Ranuncul.).—Schwarzkümmel wärmt und trocknet.
im 3. Grade. Aeusserlich wird er als Kräuterkissen gegen
Flüsse angewendet. Innerlich angewendet, vertreibt er
Flatus, treibt infolge seiner bitteren Eigenschaft Helminthen
ab, heilt Warzen, Schwielen und aussatzartige Ausschläge,
hilft gegen Orthopnoe und wirkt emenagog. Zuweilen wird,
er gegen Schnupfen angewendet.
Hippokrates verwendet Melanthium, um Abort zu
erregen. Diese Wirkung und der bei Hippokrates 3 mal
vorkommende Zusatz, der auch bei Taumellolch
gebraucht wird, weisen darauf hin, dass man zwei Species,
ein Melanthium und Pseudo-Melanthium unterscheiden
müsse, von denen das letztere mit Mutterkorn zu identificiren
wäre. Das von Dragendorff und Greenish im
Schwarzkümmel entdeckte, dem Sapotoxin ähnliche Glycosid
Melanthin, welches, in verdünnte Salzsäure gebracht,
in Glycose und ein Harz Melanthigenin zerfällt,
hat nach Prof. Roberts Untersuchungen innerlich keine
Uteruscontractionen erregende Eigenschaften, (vielleicht
local als Pessar), sondern löst, wie Quillajasäure, Sapotoxin,
Polygalasäure, Senegin, Sarsaparillin, Digitonin die
rothen Blutkörperchen auf.
(Ludwig Israelson: Die "materia medica" des Klaudios Galenos, 1894)