Synonyme: Chelidonium grandiflorum, C. haematodes, C. japonicum, C. laciniatum, C. luteum, C. maius, C. murale, C. ruderale, C. umbelliferum;
Großes Schöllkraut, Blutkraut, Gelbes Millkraut, Gemeines Schöllkraut, Gewöhnliches Schöllkraut, Goldwurz, Goldkraut, Schällkraut, Schellkraut, Schillkraut, Schindkraut, Schwalbenwurz, Schwinnwart, Tüfelsmilch, Warzenkraut, Wulstkraut
Historisches: Der Name Chelidonium kommt vom griechischen chelidon (Schwalbe). Vermutlich soll der Name zum Ausdruck bringen, daß die Pflanze zur Zeit des Eintreffens der Schwalben zu blühen beginnt und bei ihrem Wegzug verblüht. Der deutsche Name Schöllkraut ist vermutlich dem griechisch-lateinischen chelidonium entlehnt. Dem Schöllkraut wurden bereits im Altertum bedeutende Heilkräfte zugeschrieben. Dazu schreibt unter anderen Dioskurides " Die Wurzel mit Anis und Weißwein getrunken heilt die Gelbsucht und mit Wein als Umschlag den Bläschausschlag". Die berühmte Drogenschule von Salerno schreibt " Schellkraut ist den Augen gesundt, das wird uns von den Schwalben kundt".
Drogen: 1. Chelidonii herba (syn. Herba Chelidonii, Herba Chelidonii majoris), die zur Blütezeit gesammelten, getrockneten oberirdischen Teile.
Inhaltstoffe: Alkaloide (0,5-1,5 %), die bevorzugt dem Benzophenanthridin-, Protoberberin- und Protopin-Typ angehören. Hauptalkaloid ist Coptisin, gefolgt von Chelidonin vgl. Formel, Chelerythrin, Protopin vgl. Formel, Sanguinarin, Stylopin und Berberin. Die Alkaloide liegen im gelbgefärbten Milchsaft der Pflanze als Salze, z.T. der Chelidonsäure vgl. Formel, vor. Für die Gelbfärbung sind einige Alkaloidsalze, u.a. die des Sanguinarins, verantwortlich.
2. Chelidonii radix (syn. Chelidonii rhizoma, Radix Chelidonii, Rhizoma Chelidonii); Schöllkrautwurzel, die getrocknete, im Spätsommer und Herbst gesammelte Wurzel.
Inhaltstoffe: Alkaloide (1-2 %) ähnlicher Zusammensetzung wie die Krautdroge, allerdings mit Chelidonin als Hauptalkaloid und Magnoflorin, einem Aporphinalkaloid, als zusätzlichem Alkaloid.