"Gibberelline: Gibberelline sind Wuchsstoffe, die von Pilzen und grünen Pflanzen gebildet werden. Die Entdeckung geht auf die Erforschung einer Pflanzenkrankheit - der Bakanae-Reiskrankheit - zurück, die durch den Schlauchpilz Gibberella fujikuroi verursacht wird und ein übersteigertes Längenwachstum der erkrankten Pflanze bewirkt. Zusammen mit anderen Phytohormonen sind sie an der pflanzlichen Stoffwechselregulation beteiligt.
Technisch gewinnt man Gibberellinsäure nach dem Submersverfahren durch Züchtung von Gibberella fujikuroi; die Produktion beläuft sich auf mehrere Tonnen jährlich.
In der Brauindustrie verwendet man Gibberellinsäure als Keimungsaktivator. Sie bewirkt eine rasche und vermehrte Enzymbildung während des Mälzprozesses der Gerste und kann die Keimzeit von 7 auf 4-5 Tage verkürzen. In Gärtnereien lässt sich bei Zierpflanzen die Blütenbildung zu einem gewünschten Zeitpunkt auslösen, bei Weintrauben erzielt man große Früchte. Bei Gurken, Tomaten, Weintrauben, Bananen, Orangen und einigen anderen Früchten induziert Gibberellinbehandlung Parthenokarpie (die Bildung von Früchten ohne Samen).
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)