Verwendet werden die unreifen und reifen, entsamten Mohnkapseln und der weiße Samen sowie das daraus gepresste Öl.
Arzneilich wird auch der getrocknete Milchsaft der unreifen Kapseln verwendet (Opium - Opium crudum). Die Gewinnung von Opium ist durch internationale Einheitsübereinkommen geregelt.

Traditionelle Anwendung:
Mohnfrüchte werden volkstümlich bei Spasmen des Magen-Darm-Traktes, der Gallenwege und des Urogenitalapparates eingesetzt. Eine früher übliche Anwendung von Abkochungen in der Kinderpraxis, u.a. als Kinderberuhigungstee, ist wegen der Dosierungsungenauigkeiten, die mit lebensgefährlichen Auswirkungen verbunden sein können, strikt abzulehnen.
Der Milchsaft findet sich in Zubereitungen, z.B. als Opiumtinktur, zur Ruhigstellung des Darmes bei starkem Durchfall sowie als Schmerzmittel. Opium besitzt ein hohes physisches und psychisches Abhängigkeitspotential und stellt eine gefährliche Rauschdroge dar (Rauchopium), daher unterliegt es zusammen mit seinen Zubereitungen dem Betäubungsmittelgesetz.
Der Samen wird zum Bestreuen von Backwaren und zur Gewinnung des Öles verwendet, das als Speiseöl, aber auch industriell, u.a. zur Herstellung von Seifen und Farben genutzt wird. Der Preßrückstand bei der Ölgewinnung dient in der Landwirtschaft als Viehfutter.

Homöopathie:
Opium HAB 34, der in Kleinasien durch Einschnitte in die unreifen Fruchtkapseln erhaltene und an der Luft getrocknete Milchsaft.
Anwendungsgebiet: Krampfzustände an den Atemorganen, des Magen-Darm-Traktes, an den Harn- und Geschlechtsorganen sowie der Skelettmuskulatur, Schlafstörungen und Verstimmungszustände.

Anerkannte Medizinische Anwendung:
Opium und Opiumzubereitungen und die daraus isolierten Alkaloide (Morphin, Codein, Noscapin u.a.) sind stark wirksame Arzneimittel und dürfen phytotherapeutisch nicht verwendet werden. Aus diesem Grunde wurde Opium weder vom HMPC noch von der ESCOP bearbeitet.
Der Verkehr mit Opium und Opium-Zubereitungen unterliegt dem Betäubungsmittelgesetz. Die Reinalkaloide haben eine schmerzstillende (Morphin, Codein) bzw. hustenreizstillende (Codein, Noscapin) Wirkung und sind nur als Reinsubstanzen in Fertigarzneimitteln verfügbar. Opiumtinktur wird bei starken Durchfällen unbekannter Ursache im Krankenhaus unter ärztlicher Aufsicht als Notfallarzneimittel angewendet.

Bereitung eines Teeaufgusses:
entfällt