"Et Cereale quidem nudarum in parte Papaver
Hac memorare placet, quod raptu moesta puellae
Mater, ut immensis optata oblivia mentis
Exuerent curis, fertur Latona vorasse.
Hoc simul auxilio carbuneulus ater ab imo
Pectore qui ructus nimium convolvit amaros
Oris adusque fores reprimi persaepe videtur.
Huius ad alta caput granorum semine factum
Protento fragilique solet se tollere collo,
Inque modum mali, regio cui punica nomen
Indidit, unius patulo sub pellis amictu
Grana celebrandae virtutis plurima claudit,
Deque sono mandentis habet formabile nomen."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)

"Hier gefällt es mir wohl, im Kranz meiner leichten Gedichtchen
Nun des Feldmohns Erwähnung zu tun, den die Mutter Latona
Trauernd wegen des Raubs ihrer Tochter genossen, so sagt man,
Daß ersehntes Vergessen die Brust ihr vom Kummer befreie.
Zugleich vermag, wie man sieht,, ein schlimmes Geschwür, das unleidlich
Bitter vom Grunde der Brust bis hinauf zur Pforte des Mundes
Aufstößt, mit Hilfe des Mohns sehr häufig Heilung zu finden.
Trächtig von körnigen Samen vermag sich sein Haupt an dem schwachen,
Vorgeneigt hangenden Halse hinauf zur Höhe zu strecken,
Und nach Art der Granate, des Apfels aus punischem Lande,
Unter dem faltigen Mantel der einzigen Schale verbirgt er
Körner in großer Fülle von hochzupreisender Wirkung,
Und vom Geräusch des Kauens empfing er den sprechenden Namen."
(Walahfried Strabo: Liber de Cultura Hortorum von 827)