"Arundo Phragmites L.,
gemeines Schilfrohr (Gramm.). — Man schrieb der
Schilfrohrwurzel die Kraft zu, Stacheln und Splitter aus der
Tiefe herauszuziehen infolge ihrer ziehenden Wirkung. Ich
habe diese Erfahrung nicht gemacht. Sie hat gut reinigende
und fast gar keine scharfe Wirkung, so viel sich aus dem
Geschmacke schliessen lässt. Auch die Blätter wirken so.
Die verbrannte Rinde vertheilt, reinigt, trocknet aus und
erwärmt im 3. Grade. Zu meiden ist die Blüthe, die Anthele
genannt wird: denn wenn sie in die Ohren kommt, haftet
sie dermassen fest, dass sie nicht entfernt werden kann und
das Gehör schädigt, so dass oft totale Taubheit resultirt."
(Ludwig Israelson: Die "materia medica" des Klaudios Galenos, 1894)