"Schafgarbenkraut: Die Droge besteht aus den zur Blütezeit gesammelten und getrockneten Sprossteilen von Achillea millefolium. Sie weist einen schwach aromatischen Geruch und einen leicht bitteren Geschmack auf.
Die Zusammensetzung der Inhaltsstoffe variiert je nach Unterart ziemlich stark, wie überhaupt die Droge nur sehr unzulänglich unterscuht ist. Zu finden sind Ätherisches Öl mit einem an Kampfer erinnernden Geruch (0,2-0,3%), Sesquiterpene, Acetylenderivate, Phenole und einfache Verbindungen mit N im Molekül.
Schafgarbe ist häufiger Bestandteil von industriell hergestellten Teemischungen; sie wird ferner in Form von Kräuterdragees sowie als Pflanzensaft angeboten. Zu Trockenextrakten verarbeitet ist sie Bestandteil zahlreicher Kombinationspräparate.
Die Schafgarbe enthält keine Stoffe mit auffallender Wirkung, die die breite Palette der Anwendungsgebiete rational erklären würden. Am ehesten lässt sich die Anwendung der Schafgarbe dort rechtfertigen, wo man ihren Amarum-Aromatikum-Charakter ausnutzt. Möglicherweise kommt den Monopräparaten auch eine schwach krampflösende Wirkung zu. Daher verbleiben als Indikationen: leichte krampfartige Magen-Darm-Galle-Störungen, dyspeptische Beschwerden, Appetitlosigkeit.
Schafgarbe kann Allergien vom verzögerten Typ (Kontaktdermatitis, juckende und entzündliche Hautveränderungen, Bläschenbildung) auslösen. Sie gehört zu den Pflanzen mit mittlerer allergener Potenz. Das die Allergie auslösende Prinzip konnte noch nicht identifiziert werden. Aus Analogiegründen vermutet man es unter den Sesquiterpenlaktonen.
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)
"Isoprenoide in Schafgarbenkraut: Die Pflanze wird oft wie Kamille verwendet. Auch scheint es vorzukommen, dass Kamillenextrakte mit Schafgarbenextrakten gestreckt werden. Das ist nicht unerheblich, da die Schafgarbe zum Unterschied von der echten Kamille zu den Kompositendrogen mit Sensibilisierungsvermögen gehört. Die potentiellen Allergene sind in ihrer Konstitution bisher unbekannt.
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)