Synonyme: Achillea asplenifolia, A. collina, A. distans, A. sudetica, A. pannonica, A. roseo-alba, A. setacea;
Gemeine Schafgarbe, Achilleskraut, Bauchwehkraut, Bertramsgarbe, Blutstillkraut, Gachelkraut, Gänsezungen, Grützblume, Kachel, Katzenschwanz, Schafrippe, Schafzunge, Tausendblatt, Zangeblume, Feldgarbenkraut, Garbenkraut, Katzenkraut, Grundheil

Historisches: Der Gattungsname Achillea geht auf Achilles, den sagenhaften Helden des trojanischen Krieges, zurück, der die Pflanze als Droge entdeckt und zur Wundheilung verwendet haben soll, während der Artname millefolium die vielen fein zerteilten Blätter zum Ausdruck bringt. Seit Dioskurides ist die Anwendung von Achillea, dem "Soldatenkraut mit den vielen Blättern", zur Wundheilung dokumentiert. Die deutsche Bezeichnung Schafgarbe weist darauf hin, daß die Pflanze gern von Schafen gefressen wird.

Drogen: 1. Millefolii herba (syn. Herba Millefolii); Schafgarbenkraut, die zur Blütezeit gesammelten und getrockneten Triebspitzen der Pflanze.
Inhaltstoffe: äther. Öl (0,2-1,0 %) mit im allg. 6-19 % Azulen (Ausnahmen bilden die meist tetraploiden, azulenfreien Sippen) sowie monoterpenoiden Bestandteilen, u.a. 1,8-Cineol, Sabinen, Campher, Linalool, mitunter auch Ascaridol. In Abhängigkeit von Herkunft und Taxon variiert die Zusammensetzung erheblich, so daß auch Sesquiterpene vorherrschen können, u.a. Germacren D und β-Caryophyllen. Weitere terpenoide Verbindungen sind Sesquiterpenlactone, v.a. Guajanolide sowie Germacranolide, u.a. Achillifolin, und Eudesmanolide, u.a. Dihydroreynosin. Zu den mehr als 30 identifizierten Verbindungen gehören die Proazulene 7(12),6-Lactone Achillicin (8α-Angeloyloxy- und 8α-Tigloyloxy-Verbindungen) sowie Rupicolin A und B, ferner das 7(12),8-Lacton 4α-Hydroxy-6α-angelicoyloxy-9α-acetoxyguai-1(20),2-dienolid und sein 6α-Tigloyloxy-Analoges. Als nicht azulenogene Guajanolide kommen Achillin und Leucodin (Desacetoxymatricarin) vor. Weitere Guajanolide besitzen 1,4-Endoperoxidstruktur, u.a. α-Peroxyachifolid (0,25-0,60 % in den Blüten von A. millefolium) oder 3-Oxa-achillicin (8-Acetylegeloid) und 8α-Angelicoyl-3-oxa-artabsin, die eine 3-Oxa-Struktur aufweisen. Sesquiterpenoide mit antitumoralen Eigenschaften sind die Achimillsäuremethylester A, B und C. Neben den terpenoiden Verbindungen enthält die Droge ein breites Flavonoidspektrum mit Flavon-7-O-Glucosiden und 7-O-Malonylglykosiden des Apigenins und des Luteolins. Weitere Flavonoide sind Flavonolglykoside (u.a. Rutin), C-Glykosylflavone (u.a. Vitexin, Schaftosid und Orientin, einschließlich ihrer Isoverbindungen) sowie methylierte und methoxylierte Flavonoidaglyka (u.a. Casticin). Bestandteile der Droge sind ferner Cumarine, Phenolcarbonsäuren, Betaine und die Polyine Ponticaepoxid sowie cis- und trans-Matricariaester.
2. Millefolii flos (syn. Flores Millefolii);
Inhaltstoffe: entsprechen Millefolii herba.