"[III.117. - Beifuss] - Artemisia arborescens (Compositae) - Beifussbäumchen, Artemisia campestris (Compositae) - Feldbeifuss
Die Artemisia, es gibt eine vielzweigige und einfache (einstengelige) [Einige nennen sie Toxetesia, Andere Ephesia, Anaktorios, Sozusa, Leia, Lykophrys, die Propheten Menschenblut, Andere Chrysanthemon, die Römer Valentia, Serpyllum, Herba regia, Rapium, Tertanageta, die Gallier Ponem, die Dakier Zuste]. Die vielzweigige wächst meist in der Nähe des Meeres als strauchartige Pflanze, ähnlich dem Wermut, ist aber größer und hat glänzendere Blätter. Eine Art davon ist üppig, hat breitere Blätter und Zweige, eine andere dünnere, dabei kleine, weiße, zarte Blüten mit durchdringendem Geruch. Sie blüht im Sommer. Einige nennen auch die im Binnenlande wachsende Pflanze mit dünnem und einfachem Stengel, dabei klein und voll von wachsfarbigen zarten Blüten die einfache Artemisia; sie ist wohlriechender als die vorige. Beide erwärmen und verdünnen. Abgekocht sind sie ein gutes Mittel zu Sitzbädern für Frauen zur Beförderung der Katamenien, der Nachgeburt und des Embryos, ebenso auch gegen Verschluß und Entzündung der Gebärmutter, wie zum Zertrümmern des Steins und gegen Urinverhaltung. Das Kraut, reichlich auf den Unterleib gelegt, treibt die Menstruation. Der ausgepreßte Saft, mit Myrrhe gemischt und als Zäpfchen eingelegt, zieht aus der Gebärmutter Alles wie das Sitzbad. Auch der Blütenstand wird in der Menge von 3 Drachmen zur Wegschaffung desselben getrunken."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)