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"[III.17. - Akantha] - Acanthus mollis (Acanthaceae) - Weicher Akanth
Die Akantha oder Herpakantha - Einige nennen die Melamphyllon, Andere Paiderota [noch Andere Akanthestopia, Mamolaria, Kraipula] - wächst in Anlagen und an steinigen und feuchten Stellen. Sie hat viel breitere und längere Blätter als der Lattich, eingeschnitten wie die Rauke, dunkel, fettglänzend und glatt, einen glatten, zwei Ellen hohen, fingerdicken Stengel, welcher nach der Spitze zu in Abständen mit besonderen Blättchen, gleich wie mit dornigen Mulden, ringsum besetzt ist, aus denen die weiße Blüte hervorkommt. Der Same ist länglich, gelb, der Kopf aber thyrsosartig. Die Wurzeln darunter sind zäh, schleimig, rot, lang. Als Kataplasma dienen sie bei Brandwunden und Verrenkungen. Getrunken treiben sie den Harn und stellen den Durchfall. Von guter Wirkung sind sie bei Schwindsucht, inneren Rupturen und Krämpfen.
Es gibt auch eine wilde Akantha (welche die Römer wilden Dornstrauch nennen], sie ist der bunten Distel ähnlich, stachelig, kürzer als die der Anlagen und Gärten. Ihre Wurzel wirkt gerade so wie die der vorher genannten Pflanze."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)