"Gemeiner Sauerklee, Buchklee, Guckgucksklee, Hasenklee, Herzklee, Buchampfer, Buschampfer,
Gauchampfer, Hasenampfer, Rossampfer, Guckguckskohl, Guckgucksbrod, Gauchbrod,
Mälerkraut, Alleluja.
Wächst in ganz Deutschland, so wie in den übrigen nördlichen Ländern Europens, in Laubwäldern,
Gebüschen und an andern schattigen feuchten Orten.
Blühet im April und May.
Von der Oxalis Acetosella wurden ehedem auch die Blätter unter dem Nomen Herba
Acetosellae getrocknet aufbewahrt. Sie sind im frischen Zustande von saurem Geschmack. Der
aber beym trocknen verschwindet. Der aus ihnen gespresste Saft giebt nach dem Durchseihen,
Klären und Abrauchen durch das Krystallisiren ein in kleinen, länglichen, vierseitigen Krystallen
anschießendes Salz, welches auf dem gewöhnlichen Wege der Deputation vollkommen weiß erhalten
werden kann. Es ist unter dem Nahmen des Sauerkleesalzes, Oxalium s. Sal Acetosellae bekannt.
Nicht allein die Oxalis Acetosella, sondern auch die meisten Arten dieser Gattung,
wovon bey uns die Oxalis stricta sehr gemein ist, liefern bey gleicher Behandlung dieses
Salz, ja auch verschiedene Arten der Gattung Rumex z B. Rumex Acetosa und Rumex Acetosella.
In den Gegenden, wo die Oxalis Acetosella häufig vorkommt, wie auf dem Harze in
der Schweiz und besonders auf dem Schwarzwalde in Schwaben, wo man noch dazu den Rumex
Acetosa anbauet, wird dieses Salz fabrikmäßig bereitet.
Die Sauerkleesäure giebt in Wasser aufgelöst, und mit Kirsch - oder Himbersyrup versüßt ein
angenehmes Getränk, wie es bey Fiebern, wo gallige Unreinigkeiten vorhanden sind, verordnet
wird; aber neuere Erfahrungen haben gezeigt, dass man sich ihrer nicht ferner bedienen darf, indem
sie als ein schnell tödtendes Gift wirkt. Hiervon ein Mehreres bey der Oxalis stricta."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Fünfter Band. 1855.)