"[II.127. - Griechische Bohne] - Vicia faba (Papilionacea) - Schweins- oder Buffbohne
Die griechische Bohne erzeugt Blähungen und Winde, ist schwer zu verdauen und verursacht böse Träume. Gegen den Husten ist sie gut, bildet auch Fleisch. [Sie steht in der Mitte zwischen Warm und Kalt]. Gekocht mit Essigwasser und mit der Schale genossen hemmt sie Dysenterie- und Bauchflüsse, ist gegessen auch gegen Erbrechen gut. Sie wird aber weniger blähend, wenn das erste Wasser nach dem Kochen weg- gegossen wird, dagegen ist sie grün dem Magen schädlicher und erzeugt mehr Winde. Das Bohnenmehl für sich allein und mit Graupen als Umschlag lindert die Wundentzündungen, macht ferner die Narben der Haut gleichfarben, hilft bei verhärteten und geschwollenen Brüsten und ver- treibt auch die Milch. Mit Honig und Bockshornmehl zerteilt es Furunkeln, Drüsen neben den Ohren und Sugillationen unter den Augen. Mit Rosensalbe, Weihrauch und dem Weißen vom Ei bessert es Wunden der Augen, Regenbogenhautfehler (Staphylome) und Ödeme; mit Wein zusammengeknetet heilt es Zertrümmerungen und Wunden der Augen. Ohne die Schalen zu einer leimartigen Masse gegen Fluss gekaut wird sie auf die Stirn gelegt. In Wein gekocht hilft sie auch bei Hodenanschwellungen. Als Umschlag auf die Schamteile der Kinder gelegt schützt sie dieselben lange Zeit vor dem Mannbarwerden. Sie vertreibt auch weiße Flecken. Die Schalen als Kataplasma entziehen den nach dem Auszupfen wiederkeimenden Haaren die Nahrung und machen sie dünn. Mit Mehl, Alaun und altem Öl umgeschlagen verteilen sie die Drüsen am Halse. Auch färbt deren Abkochung Wolle. Von der Schale, in der sie von Natur gewachsen ist, befreit und in zwei Stücke geteilt, wird sie (die Bohne) gegen Blutung durch Blutegel aufgelegt; denn halb durchgeschnitten und fest aufgedruckt hält sie das Blut zurück."
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)