"[IV.64. - Mekon Rhoias] - Papaver dubium (Papaveraceae); Papaver argemone (Papaveraceae) - Keulen- oder Sandmohn
Mekon Rhoias hat seinen Namen davon, dass er die Büthen früh abwirft [Einige nennen ihn Oxytonon, die Römer Papaveralis, die Aegypter Nanti]; er wächst im Frühjahr auf den Aeckern, dann wird er auch gesammelt. In den Blättern gleicht er dem Dosten oder der Rauke oder Cichorie oder dem Thymian, sie sind eingeschnitten, aber grösser und rauher, der Stengel ist binsenartig, gerade aufrecht, rauh, etwa eine Elle hoch, die Blüthe roth, bisweilen auch weiss, ähnlich der der wilden Anemone. Das Köpfchen ist länglich, jedoch kleiner als bei der Anemone, der Same röthlich, die Wurzel länglich, weisslich, von der Dicke des kleinen Fingers und bitter. Fünf bis sechs Köpfchen davon koche mit 3 Bechern Wein, enge sie bis auf 2 ein und gib sie denen zu trinken, die schlafen sollen. Ein Essignäpfchen voll der Samen mit Honigmeth getrunken erweicht gelinde den Bauch. Zu demselben Zwecke werden sie dem Honigkuchen und dem Gebäck zugemischt. Die Blätter sammt den Köpfen als Umschlag heilen Entzündungen; der Aufguss davon als Klystier ist schlafmachend. "
(Dioskurides: Materia Medica, Übersetzung von Julius Berends, 1902)