"Die Täter der neueren Botanik beziehen meistens
die Salbey der Alten, auf die gewöhnlich bei uns in
Gärten cultivirte Art, oder Salvia officinalis L.
wogegen sich nicht viel einwenden lässt; indessen sind
die Beschreibungen , welche die Alten von dem Elelisphakon
geben so , dass sie auch auf andere Arten
gezogen werden könnten , die in Griechenland wild
wachsen; so findet sich unter andern auf Creta Salvia
pomifera, S. cretica, S. argentea. Auf
vielen Bergen Griechenlands wächst Salvia ringens
gemein wild; Salvia triloba ist nicht selten auf den
Inseln des Archipelagus. Salvia calycina wächst
auf dem Berge Hymettus bei Athen, S. Sibthorpii
im Peloponnes und auf Zante, S. Forskölei auf dem
Olymp u. s. w.
Die Hippokratiker bemerken im Allgemeinen von
dem Salbey, er sey trocken und stopfend , Lungenschwindsüchtige
sollen einen Salbeitrank Morgens nüchtern
nehmen , auch sonst wurde das Infusum so wie
das Pulver in Brustkrankheiten gegeben . Gegen
Dysmenorhoe wird Salbey mit Wein nüchtern zu trinken
empfohlen und derselbe auch Muttertränken zugesetzt . Aeußerlich wurde der Salbey zu Bähungen
verwendet . Die frischen Blätter legte man auf entzündete
Stellen und brauchte sie auch sonst äußerlich mit Wein als adstringirendes Mittel."
(J.H.Dierbach: Die Arzneimittel des Hippokrates, 1824)