"Safran: Safran besteht aus den getrockneten, meist durch ein kurzes Griffelstück zusammengehaltenen Narben von Crocus sativus. Die Droge stammt aus Kulturen (Spanien, Frankreich, Türkei, Indien). Um 1 kg Safran zu gewinnen, werden die Narben von 100 000 - 150 000 Blüten benötigt.
Die Droge ist dunkelorange gefärbt, riecht kräftig charakteristisch und besitzt einen würzigen, leicht bitteren Geschmack. Inhaltsstoffe sind Farbstoffe, Geschmacks- und Aromastoffe, Vitamine B1 und B2 (0,01%), fettes Öl (bis 7%) und Heteropolysaccharide.
Safranextrakte zeigen eine Reihe pharmakologischer Wirkungen: Stimulierung der Uteruskontrkation, Erniedrigung des Blutdrucks (im Tierversuch) und stark negativ inotrope Effekte am isolierten Herzpräparat (im Tierversuch). In der Volksmedizin wird Safran als Beruhigungsmittel, bei Krämpfen und als Expektorans bei Asthma angewendet. In der chinesischen Medizin vor allem bei schmerzhafter Menstruation, sowie schmerzlindernd bei Nachwehen. Die Wirksamkeit bei diesen Indikationsgebieten ist nicht belegt.
Toxikologie: Bis zu einer max. Tagesdosis von 1,5 g sind bislang keine unerwünschte Wirkungen dokumentiert. Die letale Dosis für Menschen beträgt 20 g. Vergiftungen äußern sich in Erbrechen, blutigen Diarrhöen, profusen Metrorhagien, Hämaturie, Schwellung der Lippen, Lider und Gelenke, in Schwindel Benommenheit und auch rauschartigen Zuständen.
Anwendung: Die Droge wird kaum noch medizinisch verwendet; auch als Farbstoff ist Safran in der pharmazeutischen Technologie durch synthetische Farbstoffe ersetzt worden. Als Zusatz zu bitteren Magentonika, sowie zu Wermutweinen, besonders aber zum Färben und Aromatisieren von nichtalkoholischen Getränken ist Safran nach wie vor in Gebrauch."
(Ernst Steinegger, Rudolf Hänsel: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag, 1988)