"Stachliges Süßholz.
Wächst in Apulien und in den südlichen Provinzen Russlands, so wie auch in Ungarn auf
Triften unter Gesträuchen.
Blühet im Julius.
In Russland sammelt man von der Glycyrrhiza echinata nicht nur die Wurzel, Radix
Liquiritiae
,
sondern man bereitet auch von dieser den Lakritzensaft, Saccus Liquiritiae
,
und wendet alsdann auch beyde zu allen Zubereitungen an, in welchen sie einen Bestandteil
mit ausmachen. Man sammelt dazu die Wurzel vorzüglich an der Wolga, und bereitet davon in
einer Apotheke in Astrakan so viel Extract, dass das ganze Russische Reich damit versehen werden
kann.
Murray schließt mit vieler Wahrscheinlichkeit, dass die Glycyrhiza echinata die
des Dioscorides sey, und dass sich ihrer auch schon die Alten bedient haben möchten, weil
Dioscorides sagt, die Früchte dieser Pflanze wären den rundlichen
Samenkörnern des Platanus ähnlich, und hätten nur eine noch rauhere Oberfläche.
Alle Arten der Gattung Glycyrrhiza haben mehr oder weniger süß schmeckende Wurzeln;
und man leitet ihre Süßigkeit von einem eignen Stoffe ab, welchen man mit dem Nahmen Glycium
bezeichnet."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Sechster Band. 1855.)