"Mentha sylvestris (Mentha longifolia)
"Die Mentha sylvestris ist eine in sehr vielen Gestalten vorkommende Pflanze. Sie zeigt sich von sehr
verschiedener Höhe; ihre Blätter ändern in dem Verhältnis der Länge zur Breite sehr ab; die Fläche und
der Rand ihrer Blätter sind nicht immer eben; der Rand wird zwar meist gleichförmig-sägenartig bemerkt,
aber zuweilen, wenn er kraus wird, kommt er auch mit sehr verschieden- verlängerten , fast lanzettförmigen,
ausgebreiteten Zähnen vor, und so sieht man auch die Behaarung, vorzüglich am Stengel und auf der obern
Fläche der Blätter, nach dem mehr feuchten oder trocknen Boden, von dem schwächsten Weichhaar bis zum
dicksten Filze übergehen. Daher kommt es denn auch, dass man mehrere der ausgezeichnetsten Formen von
diesen Abweichungen als Arten unterschieden hat, die ich hier aber nur als Varietäten anfgeführt und als
solche mit passenden Namen, bey Anführung der nöthigsten Synonyme, bezeichnet habe. ...
ln früherer Zeit hatte man das Kraut, Herba Menthae sylvestris s. longifoliae s. Mentasiri , in den
Arzneyvorrath aufgenommen. Es ist von etwas starkem , widrig minzenartigem, zum Theil aber auch von angenehmeren Geruche und von bitterm Geschmacke. Es gehört zu den
ätherisch-öhligen Mitteln, so wie das der übrigen Minzen, wurde aber für schwächer wirkend gehalten, und
nur zu Umschlägen angewendet."
(Gottlob Friedrich Hayne: Getreue Darstellung und Beschreibung der in der Arzneykunde gebräuchlichen Gewächse. Elfter Band. 1830)